Mit dem Projektwettbewerb suchte die Bauherrschaft spannende Lösungsvorschläge für den neuen Bahnhof Süd in Rotkreuz, welche die gestellten Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, ressourcenschonendem Bauen, Statik und Nachhaltigkeit ausserordentlich gut erfüllen. Es sollte untersucht werden, in welchem Mass die Bebauung entlang der Geleise differenziert gestaltet werden kann und ob ortsbaulich eine fein abgestufte Variation der Gebäude
sinnvoll wäre. Zudem sollte sich die Bebauung mit ihrem Ausdruck gegenüber dem Dorfmattplatz und dem Zentrum Dorfmatt angemessen in die neu gestaltete Dorfmitte einfügen und diese identitätsstiftend prägen.
Mit einem Angebot an räumlich spannenden Wohnungen, die die Vorgaben der Vermarktung aufnehmen, und mit der Differenzierung in verschiedenen Wohnungsgrössen, sollte ein nachhaltiges Angebot ermöglicht werden. Weiter hatte das Erdgeschoss mit seinen publikumsorientierten Flächen die neue Dorfmitte attraktiv zu beleben, sichere und übersichtliche Wege zu schaffen und das Umsteigen von verschiedenen Verkehrsträgern zu erleichtern. Die ersten Obergeschosse, welche weiteren publikumsnahen Nutzungen dienen sollen, hatte zusätzlich dazu beizutragen. Weiter waren zudem flexible Flächen für zeitgemässes Arbeiten vorzusehen, um das Nutzungsangebot am Bahnhof abzurunden.
Insgesamt waren auf dem Areal 23 200 m² bis 26 400 m² anrechenbare Geschossflächen zu planen, davon rund 12 500 m² Wohnfläche (ca. 130 Wohnungen) und 10 700 m² bis 13 900 m² Dienstleistungsflächen (Büro, Gesundheit) mit publikumsorientierten Nutzungen im Erdgeschoss (inkl.
Reisezentrum) und einem Zugang zur mit den weiteren Ausbauschritten vergrösserten Unterführung.
Die Projektvorschläge mussten folgende Anforderungen erfüllen:
• Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sowie der Vorgaben des Bebauungsplans «Bahnhof Süd».
• Die durch die Auftraggeberin gestellten Projektierungsanforderungen an die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
• Wohnungsmix, welcher sowohl das Marktumfeld als auch die Bedürfnisse der Zielgruppe ausreichend berücksichtigt. Angestrebt wurde folgender Wohnungsmix: Total ca. 35 – 40 % 2.5 Zimmer Wohnungen, davon ca. 80 % marktgerechte Wohnungen (HNF 63 – 69 m²) und ca. 20 % preisgünstige Wohnungen (HNF 52 – 58 m²); Total ca. 30 – 35 % 3.5 Zimmer Wohnungen, davon ca. 65 % marktgerechte Wohnungen (HNF 84 – 92 m²) und ca. 35 % preisgünstige Wohnungen (HNF 72 – 80 m²); Total ca. 25 % 4.5 Zimmer Wohnungen, davon ca. 50 % marktgerechte Wohnungen (HNF 100 – 110 m²) und ca. 50 % preisgünstige Wohnungen (HNF 86 – 96 m²).
• Publikumsorientierte Nutzungen in den Erdgeschossen mit möglichst flexibler Flächengeometrie, ein Untergeschoss für Keller, Lager, Technik und Veloabstellplätze (Lang- und Kurzzeit sowie für den Fremdbedarf Velostation Bike & Ride), definierter Bereich für die Erstellung zweier Untergeschosse für Mieter und Besucherparkplätze.
• Berücksichtigung der Schnittstellen zu Drittprojekten, namentlich zum Infrastrukturprojekt der SBB zur Erweiterung der Personenunterführung, zur projektbedingten Verlegung der Regenwasserleitung, zur angrenzenden Projektierung der Gemeinde Risch Rotkreuz, namentlich dem Bushof und dem Neuen Zentrum Dorfmatt mit Dorfmattplatz, sowie der östlich angrenzenden Projektierung des Kantons Zug mit der geplanten Kantonsschule.
• Ein besonderes Augenmerk lag darüber hinaus auf der Erfüllung des Lärmschutzes.